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  • Hedy

Schwangerschaft & Yoga

Gefühlschaos und pure Liebe!


Wie meine Gedanken und Gefühle Achterbahn gefahren sind.

Wie ich unter Tränen glücklich und am Boden zerstört auf der Yogamatte saß.

Wie ich meine Freude kaum in Bann halten konnte und ich im nächsten Moment von Zweifeln und Ängsten überschüttet wurde.

Wie mir Yoga in der Schwangerschaft geholfen hat und wie ich durch die Schwangerschaft noch tiefere Einblicke ins Yoga gefunden habe.


Knallhart ehrlich. Authentisch. Eben einfach ICH, in meinem Leben, welches durch Yoga auf und neben der Matte so viel bunter ist.

Ich stehe da, halte den Schwangerschaftstest in den Händen und die Welt steht still. Ich habe doch anders reagiert als gedacht. Denn irgendwie habe ich nicht gedacht, dass du da wirklich schon in meinem Bauch bist. Es war surreal und ich konnte es nicht glauben. Sofort waren sie da, Ängste, Sorgen und Zweifel.



Ob das Testergebnis stimmt? Da kann doch noch so viel passieren, oder? ...








Doch dann in die strahlenden Augen meines Mannes zu schauen, der diese ganze Situation viel schneller greifen konnte als ich, riss mich aus meiner negativ Spirale und schwups musste ich über beide Ohren grinsen. Zumindest für diesen Moment.


Der Anruf bei der Frauenärztin holte mich wieder auf den Boden "MEINER! Tatsachen" zurück. Denn sie bestätigte meine Ängste und Sorgen und sagte: "Es ist noch sehr früh, warten wir erstmal noch ein paar Wochen ab und dann schauen wir in der Praxis mal genauer nach."


Ok! Jetzt heißt es warten und sich freuen, oder doch nicht, vielleicht lieber nicht freuen!?


Also so ganz ausstellen lassen sich die Gefühle nicht, die fahren ab jetzt Achterbahn!

Aber präsent und wirklich greifbar ist es für mich die nächsten Wochen noch nicht.


Ich hüpfe also weiterhin durchs Leben, durch die mal guten und mal schlechten Tage. Immer voller Vorfreude auf die nächste Yoga-Einheit, die ich selbst unterrichten oder praktizieren werde.


So schaffe ich es, in jedem Moment auf der Yogamatte meine Gedanken zu beruhigen. Die Bewegungen beruhigen meinen Körper und darüber meinen Kopf, der endlich mal still hält und ich die Ruhe in der Meditation genieße.

In dieser Zeit helfen mir vor allem erdende und hüftöffnende Yoga-Einheiten, um mich mit dem Urvertrauen zu verbinden. Dem Vertrauen, dass alles so gut ist und wird wie es ist.


Nach unserem ersten Termin bei der Frauenärztin dann die Gewissheit! Wir sind schwanger. Da ist wirklich ein kleines Krümmelchen, welches uns als Familie wachsen lässt.

Ab dann war ich erleichtert, weil ich wusste das es wirklich wahr ist. Ich bin so dankbar, dieses Wunder erleben zu dürfen. Ich bin dankbar für meinen Körper, der schon in den ersten Wochen unfassbares geleistet hat. Ahja und ich danke meinem Kopf, der dieses auf und ab der Hormone gut verkraftet... *lacher*


Mit dem ersten Termin steigerte sich also die unfassbare Freude und gleichzeitig aber ehrlicherweise auch die Angst und die Sorgen...

Nur spricht doch da niemand darüber. Ich schaue mir auf den sozialen Netzwerken die glücklichen Bald-Mamas mit ihren Bäuchen an. Ich erinnere mich an Freunde und Bekannte, die schon Babys bekommen haben und habe das Gefühl, da immer nur Freude und Leichtigkeit beobachtet zu haben.

Vielleicht waren und sind das aber auch nur Momentaufnahmen, denn diese Momente gibt es bei mir schließlich auch, die Momente der Freude und des Strahlens.

Es gibt aber eben auch die Momente mit Rotzfahne und verheulten Augen auf dem Sofa... und meinem verzweifelten Mann neben mir, der absolut nicht weiß was da gerade passiert.


Aber bin ich jetzt eine schlechte Mama, weil ich nicht nur Freude empfinde? Mich plagt das schlechte Gewissen, weil es für mich nicht nur der pure Genuss ist. Die bereits durch viele Yoga-& Coaching Aus- & Weiterbildungen gewonnen Erfahrungen und die damit aufgearbeiteten Ängste, Blockaden und Zweifel, sie kommen alle wieder ans Tageslicht.


Ist das normal? Denke ich.... Bin ich normal? Geht es anderen auch?

Ich weiß es nicht, da darüber einfach noch zu wenig gesprochen wird.


Dann aber finde ich sie, die Mamas, die auf den sozialen Netzwerken sich "trauen" die Wahrheit zu sagen und das möchte ich auch! Denn es darf kein Tabuthema sein, dass die Gefühle in der Schwangerschaft nicht ausschließlich rosig und herrlich und glitzernd sind! Sie sind auch mal tief schwarz und traurig und ermüdend.


Es ist absolut normal, dass die Hormone Tango tanzen und damit auch deine Gefühle durcheinander gehen.


WICHTIG! DU BRAUCHST KEIN SCHLECHTES GEWISSEN HABEN!

Keine deiner Gedanken sind falsch. Keine deiner Gefühle dürfen nicht gefühlt werden.

Im Gegenteil! Es ist vollkommen in Ordnung, alle Gedanken und Gefühle zuzulassen.


Warum? Weil alles andere dich auffrisst und einfach nicht authentisch ist! Niemand, auch unabhängig von der Schwangerschaft ist immer glücklich. Das Leben ist nicht perfekt. Es ist geprägt von Wellen, von Hochs und Tiefs. Und dies macht letztlich das Leben doch auch lebenswert. Auch wenn wir das in dem Moment des Tiefs nicht wahrhaben wollen.

Also wenn ich gerade mit Tränen überströmt, voller Ängste und Sorgen meine Freundin Laura anrufe und sie mich nur mit dem Bild von unserem beruhigenden Turm (kleines Freundinnen-Geheiminis) und wachrüttelnden Worten beruhigen kann, DANN glaube ich oft aber nicht daran, dass ich jetzt genauso sein darf und fühlen darf....

Aber am Ende des Telefonats, dann erinnere ich mich wieder: Ich bin ein Mensch, mit Gefühlen und Gedanken. Ich bin ein Mensch der das Leben echt und authentisch lebt. Ich bin ein Mensch der nicht perfekt ist und das auch gar nicht sein möchte. Ich genieße, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist, sondern ganz viele Graustufen, bunte Stufen, Stufen mit Glitzer und Gold, dazwischen liegen.


Ahja und die Stufen, die einfach fehlen, ich kurz falle aber ich weiß, dass ich immer wieder aufgefangen werde. Ich vertraue dem Leben. Ich vertraue darauf, dass doch alles gut wird/ gut ist.



Eine regelmäßige Verbindung zu meinem Körper in meiner Yoga-Routine und den Fokus und die Klarheit über die Meditationen wieder zu finden helfen mir durch diese Phasen des Chaos so gut hindurch! Ich lerne mich noch mehr auf meinen Körper zu verlassen und experimentiere, wie es ist mit geschlossenen Augen zu praktizieren...

WOW, was ein Gefühl! Ich verlasse mich, ich vertraue meinem Körper. Ich spüre, dass mir nichts passieren kann, weil ich sicher bin.


Diese neue Erfahrung teile ich natürlich SOFORT mit meinen Yogaschülern, die übrigens alle noch nichts von der Schwangerschaft wissen. Hier bin ich erst sehr spät mit der Neuigkeit rausgerückt. Warum? Weil ich diese Bubble, in der ich einfach weiterhin Hedy, die Yogalehrerin bin, sehr genieße!


Ich entscheide mich also mich dem Vertrauen zum Leben hinzugeben und dazu zu stehen, dass das Leben wellenartig verläuft. Ich entscheide mich dazu mich davon zu distanzieren, dass eine Schwangerschaft ausschließlich rosarot und freudig ist. Auch auf den sozialen Netzwerken stehe ich ehrlich und authentisch dazu und beginne darüber zu sprechen. WOW! Das viel mir nicht leicht. Aber die Reaktionen von Euch sind so unfassbar berührend, sie bestätigen mich, dass es euch GENAUSO erging!


Das wichtigste habe ich jetzt aber noch gar nicht gesagt. Dieses Gefühlschaos und dieses Gedankenchaos haben zu KEINEM ZEITPUNKT die Dankbarkeit, das Glücksgefühl und die bedingungslose Liebe zu dem kleinen Wesen in meinem Bauch beeinflusst. Denn die Liebe zu dem kleinen Wesen habe ich von Anfang an gespürt und nie angezweifelt.

Kurzum: Es ist ok sich in der Schwangerschaft nicht gut zu fühlen (körperlich oder mental). Schämen braucht man sich dafür nicht!

Ich weiß, dass ich eine wunderbare, stolze Mama sein werde, die ihr Kind überalles und bedingungslos liebt.

Davon vollkommen unabhängig sind die negativen Gedanken und das Gefühlschaos in der Schwangerschaft.


Jetzt, wo die Schwangerschaft jedem bekannt ist, sowohl der Familie, den Freuden, meinen Yogis und meiner Community auf den sozialen Netzwerken fangen andere Dinge an mich etwas aus der Bahn zu werfen...

Kennt ihr sie? Die Ratschläge... sie häufen sich. Vor allem die ungewollten. Jeder meint es besser zu wissen!


Wow! ANSTRENGEND! Mein Kopf qualmt...

Ich kann es nicht mehr hören:

"Hast du schon ....? Willst du noch ...? Wie planst du ....? Das kannst du doch nicht so machen weil, ... ? Also bei mir war das so ... "


Also schnell ab mit mir auf die Yogamatte, schnell her mit meinen Tools und Tricks und Hacks, die ich in den vielen Stunden der Ausbildungen und Weiterbildungen gelernt habe.


Jeden Tag 15 Minuten auf die Yogamatte, mindestens, um den Alltag einen Moment auszuschalten und den Körper zu fühlen.

Jeden Morgen eine Meditation, wenn sie auch mal nur 5 Minuten ausfällt. Diese bringt mir Klarheit und Fokus. Dann im Anschluss meine Manifestation, über meine Wünsche und Visionen.

(kleines Geheimnis: Da gehörte definitiv rein, dass mich Menschen umgeben die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn ich diesen benötige. Und zwar nur, wenn ich ihn benötige!)


Was soll ich euch sagen, das Universum hat ganze Arbeit geleistet! Die ungefragten Hinweise und gut gemeinten Ratschläge, um die ich nicht gebeten habe, HÖRTEN EINFACH AUF!!!


Hachja, ich LIEBE es Yoga in meinem Leben zu haben. Auf der Matte und neben der Matte ist das Leben für mich, dank Yoga so viel bunter geworden!

Jetzt genieße ich mal weiterhin meinen Kugelrunden Babybauch, die kleinen Tritte sind schon deutlich zu spüren :)

Ich freue mich dich weiterhin auf der Yogamatte zu sehen und dich mit wertvollen körperlichen Yogaübungen, sowie Impulsen fürs Leben zu beschenken!


So, jetzt mache ich hier aber mal Schluss für heute.

Es wird sicher noch den ein oder anderen Blogbeitrag von mir geben, auch zu dem Thema, da ich finde daraus kann man immer einen Impuls für sich ziehen, ob gerade schwanger oder nicht.


Denn, hiermit teile ich ein kleines letztes Geheimnis mit euch:

Diese Schwankungen der Gedanken und Gefühle können auch ohne Schwangerschaft auftreten und auch da ist es NORMAL und erlaubt sie zuzulassen. Ja sogar erwünscht!!!


Ich umarme dich,

deine Hedy


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